Heul nicht, kleiner Seehund

So eine lange NaseRoman für Kinder

Zum Vorlesen ab 5, zum Selberlesen ab 8 Jahren

mit zehn doppelseitigen Farbillustrationen und Vignetten von Julia Friese

ISBN 3 907588 74 6,  Euro 12.90, sFr. 22.00

Bajazzo Verlag, Zürich

 

Kurzbeschreibung:

„Eine realistisch-fantastische Geschichte, in der die verrücktesten Dinge logisch und überhaupt nicht merkwürdig sind.“

Ein kleiner Seehund, der eines Tages auf der Wiese sitzt, eine kleines Mädchen, das die Sprache der Tiere versteht und zaubern kann, und der freundliche Waldemar mit seinen drei Enkeln: das sind die Hauptfiguren in Lukas Hartmanns neuem Kinderbuch.
Kuller, wie Nora den kleinen Seehund nennt, schreit die ganze Zeit herzerweichend nach seiner Mama, hat immer Hunger und bringt Nora damit in arge Bedrängnis. Sie will ihn mit einem Zauberspruch verkleinern, damit er in einer Schuhschachtel unter ihrem Bett Platz hat. Doch das geht leider schief: Aus Kuller wird ein Igel, der Fisch frisst und immer noch heult, bloss höher als vorher ... Der Igel-Seehund kann natürlich auf die Dauer nicht in der Wohnung leben. So bleibt Nora nichts anderes übrig, als sich allein auf den Weg zur Nordsee zu machen, wo es Aufzuchtstationen für junge Seehunde gibt. Zum Glück lernt sie im Zug Waldemar kennen. Er und seine drei Enkel helfen ihr. Kuller verwandelt sich in den Seehund zurück, und alles endet gut.

Leseprobe

„Also, sag mir jetzt, woher du kommst“, wiederholt Nora. „Dann bring ich dich zurück. Wo ist deine Mama geblieben?“
Der Seehund tut so, als habe er sie nicht gehört. „Hab weh“, wiederholt er und wedelt mit der wunden Vorderflosse. „Musst helfen. Mama, Mama!“
Was meint er denn damit? Dass Nora seine Mutter ist? Sie wird ganz ärgerlich: „Ich bin nicht deine Mama. Ich heiße Nora und bin acht Jahre alt.“
Ja, das stimmt, und trotzdem hat Nora Mitleid mit dem kleinen Seehund.
„Ich weiß was!“, sagt sie entschlossen. „Du bleibst jetzt hier, und ich hole Hilfe.“
Aber bei wem?, fragt sich Nora. Ihre Mutter ist erst um halb sechs wieder da. Und ihren Vater, der anderswo wohnt, sieht sie bloß jedes zweite Wochenende.
Jetzt muss sie sich etwas einfallen lassen. Soll sie den Zoo anrufen? Die Polizei? Oder beim Tierschutz? Nora dreht sich um und will zum Haus zurücklaufen.
Doch das will der kleine Seehund nicht „Huuu huuu“, heult er wieder. „Nicht weg! Nicht weg! Mama! Mama!“

Das ist ja zum Steinerweichen, denkt Nora und hat ein schlechtes Gewissen. Trotzdem geht sie ein paar Schritte weiter. Doch als das Heulen immer schlimmer wird, kehrt sie wieder um.
„Dann nehme ich dich halt mit, du Heulsuse.“